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Veröffentlicht am 4. März 2026

Das Botschaftsgebäude

Geschichte

Botschaftsgebäude 1937

Das Gebäude der Schweizerischen Botschaft wurde 1870/71 von Architekt Friedrich Hitzig errichtet. Es diente verschiedenen Privatpersonen als Stadtpalais, bis es die Schweiz 1919 kaufte und geringfügig umbauen liess. Ab 1920 diente das Gebäude als Kanzlei für die Schweizer Gesandtschaft und als Residenz des Gesandten.

Das teilweise beschädigte Gebäude während des Krieges

Das Botschaftsgebäude ist das einzige Haus im inneren Spreebogen des Alsenviertels, das den Krieg ohne grössere Schäden überstanden hat. Kurz vor Kriegesende war die Schweizer Gesandtschaft von der Roten Armee besetzt, die den letzten Sturmangriff auf den Reichstag von dort aus leitete. Die letzten Schweizer Gesandtschaftsangehörigen, die im Gebäude ausharrten, wurden fast zwei Wochen im Keller eingesperrt und darauf nach Moskau abgeführt. Über die Türkei trafen sie erst Monate später wieder in die Schweiz ein.

Nach dem Krieg zog bald die sogenannte Heimschaffungsdelegation im Gebäude ein. Sie kümmerte sich um die Schweizer Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten und versorgte auch die Berliner Schweizerkolonie mit Nahrungsmitteln. Der Status der offiziellen Vertretung in Berlin änderte sich nach dem Krieg mehrmals. 1949 wurde die Heimschaffungsdelegation in eine Schweizerische Delegation umgewandelt. 1973 erfolgte die Umwandlung in ein Generalkonsulat. Im Oktober 1992 wurde schliesslich aus dem Generalkonsulat die Aussenstelle der Botschaft in Bonn, nachdem das deutsche Parlament entschieden hatte, dass Berlin wiederum Hauptstadt und Regierungssitz sei.

Seit der feierlichen Wiedereröffnung am 12.5.2001 hat die Botschaft der Schweiz ihren Sitz im Zentrum des Regierungsviertels der Bundesrepublik Deutschland. In ihrem wichtigsten Partnerland präsentiert sie sich zurückhaltend und doch bestimmt, modern und zugleich traditionsbewusst, weltgewandt und dabei stets offen.

Architektur

Neubau Schweizer Botschaft

Die Botschaft präsentiert sich inmitten des Berliner Regierungsviertels im Spreebogen als ein spannungsvolles Baugefüge aus historischem Stadtpalais und puristischem Neubau.

Fassade Alt-und Neubau

Ihre Fassade zur Otto-von-Bismarck-Allee besticht durch einen deutlichen Kontrast: Links das Stadtpalais von 1871/1911 (Architekten Friedrich Hitzig / Paul Baumgarten), rechts der Neubau von 2000 (Diener & Diener Architekten, Basel).